Portal  |  Home  |  Das Haus  |  Terminkalender  |  Dauerausstellungen  |  Öffnungszeiten & Tickets  |  Förderer / Kuratoren  |  Museumspädagogik  |  Vermietungen & Angebote  |  Shop
„Hans Blumenberg – Geschichte(n) des Wissens“

„Hans Blumenberg – Geschichte(n) des Wissens“


Internationale Tagung mit begleitendem Kulturprogramm

   

Zu Lübecks großen Söhnen zählt ohne Zweifel Hans Blumenberg – er war einer der

wichtigsten Philosophen der Bundesrepublik. Am 13. Juli wäre der 1996 verstorbene Hans

Blumenberg neunzig Jahre alt geworden. Dies ist der Anlass, um die Aktualität seines Denkens

zum Gegenstand einer internationalen Tagung in Lübeck zu machen, die von einem

kulturellen Programm begleitet wird. Veranstalter sind das Institut für Medizingeschichte

und Wissenschaftsforschung der Universität zu Lübeck (IMGWF) und das Buddenbrookhaus –

Heinrich-und-Thomas-Mann-Zentrum, Kooperationspartner sind das Kuratorium St. Petri und

das Theater Lübeck.

 

Die Tagung wird vom 14. bis 17. Oktober 2010 in den Räumen des IMGWF in der Königstraße

abgehalten. Die kulturellen Veranstaltungen finden im Buddenbrookhaus und St. Petri statt.

Im Jahr des 90. Geburtstags soll den Bürgerinnen und Bürgern nach den Veranstatlungen der

vergangenen Jahre abermals die Möglichkeit gegeben werden, das Werk und Wirken

Blumenbergs näher kennen zu lernen. Die Tagung in Lübeck soll auch ein Zeichen setzen:

Die Beziehung des wegen der jüdischen Herkunft seiner Mutter verfolgten Blumenberg zu

seiner Heimatstadt war schwierig; mit der angetragenen Ehrenbürgerschaft konnte aber

gegen Ende seines Lebens noch ein wichtiges Zeichen zur Versöhnung gesetzt werden,

ohne dass es noch zur Verleihung gekommen wäre.

 

„Die Tagung möchte die Diskussion zum Werk von Blumenberg aufgreifen und versucht,

dem kritischen Geist seines Denkens gerecht zu werden“, sagte Professor Cornelius Borck.

Dazu wird eine Reihe führender Geisteswissenschaftler aus dem In- und Ausland nach

Lübeck kommen. Zugleich ist die Lübecker Öffentlichkeit ausdrücklich willkommen. „Mit der

gewachsenen zeitlichen Distanz und vorangetrieben durch die Erschließung seines

umfangreichen Nachlasses erlebt die Beschäftigung mit Blumenberg gerade jetzt eine sehr

erfreuliche Renaissance. Inzwischen wird deutlich, wie die Arbeiten Blumenbergs auf der

Basis eines stupenden Wissens und in ihrer Kombination von tiefschürfender Analyse mit

bewegender Skepsis wesentlich zur intellektuellen Selbstverständigung in der

Bundesrepublik beigetragen haben“, erklärte Borck.

Im Zentrum der Tagung soll das Verhältnis von Philosophie und Wissenschaft stehen – und

damit die von Blumenberg so radikal gestellte Frage nach der Legitimität der Moderne: Was

bedeutet Blumenbergs Absage an alles Absolute heute und wie lässt sich z.B. angesichts

der neuen Technowissenschaften eine Legitimität der Gegenwart denken? Und was leistet

dabei Blumenbergs Verzahnung von philosophischen Analysen mit

wissenschaftshistorischen Rekonstruktionen für die aktuelle Diskussion?

 

Für die Vorträge und Diskussionen im Rahmen der Tagung sind Freitag, 15. Oktober,

Samstag, 16. Oktober, und der Sonntag Vormittag (17. Oktober) im IMGWF reserviert.

Folgende Referentinnen und Referenten konnten für die Tagung gewonnen werden: Dr.

Christina Brandt (Berlin), Dr. Carsten Dutt (Marbach), Prof. Dr. Olivier Feron (Evora), PD Dr.

Jürgen Goldstein (Bonn), Dr. Pini Ifergan (Jerusalem), Prof. Dr. Barbara Merker (Frankfurt), PD

Dr. Thomas Meyer (München), PD Dr. Ernst Müller (Berlin), Dr. Oliver Müller (Freiburg), Prof.

Dr. Birgit Recki (Hamburg), Prof. Dr. Tobias Rees (Montreal), Prof. Dr. Philipp Stoellger

(Rostock), Julia Wagner (Konstanz), Dr. Rüdiger Zill (Potsdam).

Zur Auftaktveranstaltung im Buddenbrookhaus am 14. Oktober, sagte Holger Pils: „In

unserem Archiv wird ein Manuskript Blumenbergs mit Lübeckbezug verwahrt, außerdem der

späte Briefwechsel Blumenbergs mit der Hansestadt. Da das Haus ein literarischer Ort ist,

sollen hier vor allem die literarischen Qualitäten des Werkes im Vordergrund stehen.“ In der

moderierten Veranstaltung mit einem Rezitator und zwei jungen Wissenschaftlerinnen

sollen Zugänge zu Blumenbergs Denken von der essayistischen Form her ermöglicht

werden.

 

Am Freitagabend, 15. Oktober, steht Blumenbergs Verhältnis zu Lübeck dann im

Mittelpunkt. Frau Dr. Ada Kadelbach wird referieren, Sven Simon vom Theater Lübeck

rezitieren, dazu gibt es Musik.

 

Ermöglicht wird die Tagung durch die großzügige Förderung der Von Keller-Stiftung und der

Gemeinnützigen Sparkassenstiftung zu Lübeck.

 

Veranstaltungsorte:

- Buddenbrookhaus, Mengstraße 4, 23552 Lübeck

- Institut für Medizingeschichte und Wissenschaftsforschung, Königstraße 42, 23552 Lübeck

- Kulturkirche St. Petri, 23552 Lübeck