
Museum Behnhaus Drägerhaus

Galerie des 19. Jahrhunderts und der Klassischen Moderne
Mancher Besucher hält den Atem an, wenn er die Diele des Behnhauses betritt. So weitläufig ist sie, so repräsentativ, ein Musterbeispiel klassizistischer Innenarchitektur. Das Behnhaus ist eines der schönsten Kaufmannshäuser in Norddeutschland. Der Weinhändler Johann Hinrich Tesdorpf wollte seinen Wohlstand demonstrieren, und der beeindruckt noch heute. Ein Hauch von Italien weht durch die anliegenden Räume, antike Motive waren in Mode, als Tesdorpf sein Palais ausstatten ließ. Gemalte Tapeten, Möbel und Bilder sindi m Geist der Goethezeit gehalten. Das anliegende Drägerhaus steht dem nicht nach. Hier findet sich die einzig erhaltene Festraumfolge des Rokoko in Lübeck. Jedes der Zimmer in beiden Häusern ist ein Kunstwerk für sich. Und nicht nur Architektur und Ausstattung sind bemerkenswert: eine kostbare Musikaliensammlung und reiche Galerien füllen die Räume. Die Namen bedeutender Künstlerpersönlichkeiten verbinden sich mit der Galerie des 19. Jahrhunderts und der Klassischen Moderne: Friedrich Overbeck war Hauptmeister der Nazarener - und er war Lübecker.
Das Museum Behnhaus Drägerhaus ist heute das einzige Zentrum Nazarenischer Kunst in Deutschland. Oder Gotthardt Kuehl, ein Impressionist von internationalem Rang. Neben Dresden, seinem Sterbeort, besitzt Lübeck als sein Geburtsort im Behnhaus Drägerhaus die größte Sammlung seiner Werke aus allen Phasen seiner Entwicklung.
Auf den Aufenthalt Edvard Munchs in Lübeck als wegweisender biografischer Station verweist neben weiteren Exponaten das Gemälde "Die vier Kinder des Dr. Max Linde", eines der Hauptwerke der modernen Portraitmalerei. Anlass zur Neueröffnung 2007 war eine große Sammlung als Dauerleihgabe, deren Schwerpunkt auf der Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts liegt. Die eigenen Bestände sind damit um einige Höhepunkte wie drei Werke Caspar David Friedrichs und denen Carl Blechens erweitert worden. Daneben zeigt das Museum weitere Meisterwerke der klassischen Moderne, von Corinth und Slevogt, Beckmann, Kirchner und Pechstein. Eine Oase der Stille mitten in der Stadt ist der Garten mit seinen Skulpturen hinter dem Museum.



