ZFKL
Das ZKFL (Zentrum für Kulturwissenschaftliche Forschung Lübeck) ist ein Zentrum der Universität zu Lübeck in Partnerschaft mit der Hansestadt Lübeck. Es wurde mit der Verabschiedung seiner Satzung durch die Hochschulgremien und ihrer Genehmigung durch den Hochschulrat am 11.11.2010 eingerichtet und hat am 31.5.2011 mit einem offiziellen Festakt seine Arbeit aufgenommen. Mitglieder des ZKFL sind seitens der Universität das Institut für Medizingeschichte und Wissenschaftsforschung, das Institut für Multimediale und Interaktive Systeme, das Institut für Sozialmedizin sowie die Professur für Bevölkerungsmedizin. Seitens der Stadt gehören zum ZKFL die Kulturstiftung LÜBECKER MUSEEN, das Archiv der Hansestadt Lübeck, die Stadtbibliothek sowie der Bereich Archäologie und Denkmalpflege der Hansestadt Lübeck. Das ZKFL wird durch die beiden Sprecher Prof. Dr. Cornelius Borck und Prof. Dr. Hans Wißkirchen geleitet.
Das ZKFL versteht sich als eine langfristige und nachhaltige Initiative zur Verankerung kulturwissenschaftlicher Forschung in Lübeck, mit der vorhandene Ressourcen intelligent genutzt werden, um innovative Forschungsprojekte und engagierte KulturwissenschaftlerInnen nach Lübeck zu holen. Als strategischer Zusammenschluss der in Lübeck vorhandenen kulturwissenschaftlichen Einrichtungen wird das ZKFL eine eigene Forschungsagenda entwickeln und deren Realisierung aktiv betreiben. Die geförderten Forschungsprojekte werden dezentral an den beteiligten Einrichtungen durchgeführt.
Die Lübecker Museen beteiligen sich mit mehreren Forschungsprojekten an der Arbeit des ZKFL:
- Digitales Erinnern im Museum, Sarah Este
- Die Antwerpener Retabel im Ostseeraum, Sandra Braun
- Lübecker Tafelmalerei von 1470 bis 1520, Miriam Hoffmann
- Günter Grass' Bildkunst im literarischen Kontext, Viktoria Krason
- Kulturlandschaft Dummersdorfer Ufer, Oda Störmer
- Lübeck im Ersten Weltkrieg, Diana Schweitzer
> Zur Internetseite des ZKFL
Digitales Erinnern und materielles Erinnern. Zwei Kulturpraktiken und die Möglichkeit ihrer Zusammenführung im Museum (Arbeitstitel)
Sarah Este
In einer Gesellschaft, die entscheidend durch ihre Multimedialität und Vernetzung gekennzeichnet ist und, zumindest in der subjektiven Wahrnehmung, in immer schnellerer Abfolge technische Innovationen hervorbringt, welche alltagskulturell von hoher Bedeutung sind, stellt sich für Kulturwissenschaftler die Frage, wie sich Kulturvermittlung und Kulturdarstellung in Hinblick auf diese Phänomene adäquat gestalten lassen.
Das Forschungsvorhaben soll eine Auseinandersetzung mit der Frage darstellen, wie verschiedene Erinnerungsformen, physische wie digitale, in ihren aktuellen Ausprägungen und deren Folgen kulturwissenschaftlich bewertet werden können und wie sich resultierend daraus, die konkreten Auswirkungen auf Erinnern und Vermitteln im spezifischen Kontext von Kultureinrichtungen, insbesondere im Museum, gestalten.
Traditionelle Formen des Konservierens und Ausstellens, selbst längst wichtige Kulturphänomene unserer Gesellschaft, mit multimedialen Formen zu verbinden und sie so zu erweitern, gehört aktuell zu den wichtigsten Herausforderungen der Geistes- und Kulturwissenschaften. Die Herausforderung besteht dabei vor allem darin, dass es keineswegs eine schnelle Antwort auf die Frage gibt, wie jene Innovationen, die im Alltag Verwendung finden, in kulturellen Institutionen sinnvoll genutzt werden können.
Es handelt sich dabei um einen Balanceakt. Auf der einen Seite steht dabei der Anspruch einer zeitgemäßen Anpassung von Kultureinrichtungen, die dazu dient, die Lesbarkeit von Geschichte und Kultur weiterhin zu gewährleisten, indem auf den spezifischen Rezeptionshabitus der folgenden Generationen eingegangen wird. Auf der anderen Seite steht das Bestreben, die tradierten Formen des Erinnerns in ihren Ausprägungen zu schützen und so dazu beizutragen, die damit verbundenen Lesbarkeiten von Kulturobjekten und ihren Präsentationsformen zu erhalten.
Interaktivität in nahezu alle Bereichen des alltäglichen und außeralltäglichen Lebens ist längst keine Zukunftsvision mehr. Aus diesem Grund müssen sich Kultureinrichtungen verändern. Die Grundlage dieser Veränderungen sollte dabei möglichst gewissenhafte und interdisziplinäre wissenschaftliche Forschung darstellen, zur der das geplante Forschungsvorhaben einen Beitrag leisten soll.
Lebenslauf:
- Geboren am 24. August 1983
- Abitur 2003 in Bad Harzburg
- Studium der Kulturanthropologie/ Europäischen Ethnologie und Religionswissenschaft an der Georg-August Universität Göttingen bis 2010
- Praktika in den Bereichen Veranstaltungsorganisation und PR









