Gürtel

 

USA, Nordosten, spätes 18. Jh.; Wolle, Glasperlen, L: 148 cm, B: 10 cm; Inv. Nr.: 10473

 

Vor rund 400 Jahren gelangten in Venedig, Holland und Böhmen produzierte Glasperlen als Tauschmittel europäischer Händler nach Nordamerika. Sie lösten eine materielle und stilistische Revolution unter den indigenen Kulturen Nordamerikas aus. Viele Indianer schrieben diesen den Beeren des Waldes gleichenden, glänzenden Perlen Heilkräfte und magische Eigenschaften zu. Die Vielfalt nordamerikanischer Perlenarbeiten ist beeindruckend. Der abgebildete wollene Gürtel mit dem prägnanten Zickzackmuster aus feinen weisen Perlen stammt aus dem östlichen Waldland Nordamerikas, wahrscheinlich von den Haudenosaunee (Irokesen). Er ist fingergewebt. Diese dem Flechten ähnliche Webtechnik kommt ohne Gerätschaft aus, eignet sich aber nur zum Herstellen von schmalen Bändern.

 

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