Kurenwimpel
Litauen, Nidden, um 1900; Nadelholz, bemalt, Stoff, L: 129 cm, H: 49 cm; Inv. Nr.: 6633b, Geschenk: Dr. Paul Reuter, Lübeck, 1911
Die Fischerkähne des Kurischen Haffs führten auf ihrem Mast einen Wimpel, der von den Fischern in der Winterzeit aus weichem Holz geschnitzt und mit leuchtenden Farben bemalt wurde. 1844 setzte die Regierung in Königsberg für 136 Dörfer um das Kurische Haff bestimmte Farbkennzeichen fest, die der jeweilige Wimpel aufweisen musste. Damit sollte die Kontrolle der Fischer erleichtert und unberechtigter Fischfang vereitelt werden. Mit rot-weißer Kennzeichnung fuhren die Kahne der Ostküstenorte des Kurischen Haffs, die der Südseite hatten eine blau-gelbe Kennzeichnung und die Orte der Kurischen Nehrung führten die Farben Schwarz-Weiß. Mit einer Strafe von bis zu 10 Talern wurden diejenigen belegt, die ohne Ortsflagge fuhren. Dem gezeigten Wimpel mit der Flagge von Nidden fehlt der eiserne Spies, mit dem er auf die Mastspitze des Kahns aufgesetzt wurde.







