Chanukka-Leuchter

 

Deutschland, Anfang 19. Jh.; Messing, Kupfer, Silber, verzinntes Eisenblech, Glasspiegel, L: 37,5 cm, H: 44,7 cm; Inv. Nr.: 43.7, Geschenk: Julius Carlebach, Hamburg, 1932

 

Das achttägige Chanukka (= Einweihung)-Fest beginnt am 25. Kislew (November/Dezember). Es ist sowohl ein häusliches Fest als auch eines, das in der Synagoge begangen wird. Es gehört zu den historischen Festen und feiert die Wiederweihe des Tempels in Jerusalem zur Zeit der Makabäer (165 v.u.Z.). Der Überlieferung nach hatten syrische Eroberer den Tempel entweiht. Als die Juden ihn wieder in Besitz nahmen, konnten sie nur ein einziges Krüglein mit reinem Öl finden. Dieses enthielt gerade soviel, um den siebenarmigen Tempelleuchter (Menora) einen Tag brennen zu lassen. Durch ein Wunder brannte die Menora aber acht Tage, genau die Zeitspanne, die nötig ist, um neues Öl in der vorgeschriebenen Weise herzustellen. Nach der Zerstörung des Tempels (70 n.u.Z.) blieb Chanukka als Lichtfest erhalten. Bei Anbruch der Dunkelheit werden im Haus und in der Synagoge die Lichter am achtarmigen Chanukka-Leuchter angezündet, wobei man am ersten Tag ein Licht und dann jeden Tag ein weiteres anzündet. Ein neuntes, außerhalb der Reihe angebrachtes Licht (Schmasch, „Diener“) dient zum Anzünden der anderen. Die hebräische Inschrift an dem Ölleuchter, der möglicherweise das Modell eines Synagogenleuchters darstellt, gibt einen Chanukka-Segensspruch wieder.

 

Zurück zur Europa-Hauptseite

Adresse
Großer Bauhof 14
23552 Lübeck
Telefon 0451-122-4340
Telefax 0451-122-4348
Besuchen Sie uns auf Facebook