Runenkalender (Ausschnitte)

 

Schweden, Anfang 17. Jh.; Birn- und Nussbaumholz, L: 107 cm und 122 cm, B: 6,5 cm und 4 cm; Inv. Nrn.: 615a, b, Geschenk: H. F. Lindenberg, 1831 (Sammlung Jacob von Melle, Ende 17./Anfang 18. Jh.)

 

Als das Christentum im 12. Jahrhundert in Schweden eingeführt wurde, war die Runenschrift so lebendig, dass sie für den kirchlichen Kalender benutzt wurde. Die gezeigten Stabkalender mit Griff und Knauf wurden nach alter Tradition von Vertretern der bäuerlichen Bevölkerung geschnitzt, zu einer Zeit, als die Kunst der Anfertigung von Runenkalendern dabei war zu verfallen. Jede Seite eines Stabes ist von links nach rechts zu lesen und gibt eine Jahreshälfte wieder. Diese reicht bei dem oberen Stab auf der einen Seite vom 8. Januar bis zum 9. Juli und auf der anderen vom 10. Juli bis zum 7. Januar. Der Stab darunter ist durch die eingeschnitzte Jahreszahl 1638 genau zu datieren und zeigt auf einer Seite die Sommer- und auf der anderen die Winterhälfte, die vom 16. April bis zum 7. Oktober bzw. vom 8. Oktober bis zum 15. April reicht.

 

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