Golo Mann. Die Geschichte
06.09.2009 - 22.11.2009
Sonderausstellung
Golo Mann (1909–1994) lebte in unruhigen Zeiten. Dies spiegelt sich auch in seinen historischen Werken wider, etwa in der Biografie des Napoleon-Gegners Friedrich von Gentz, die den eigenen Widerstand des Emigranten Golo Mann gegen Hitler anklingen ließ. Erst spät kehrte er aus dem Exil nach Deutschland zurück. Seine „Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts“ (1958) wurde ein großer Erfolg, gerühmt wegen ihres brillanten Stils und dem Bemühen, die Vergangenheit kritisch, aber gerecht darzustellen. Manns Hauptwerk, eine Biografie Wallensteins (1971), des Feldherrn im Dreißigjährigen Krieg, wurde ein Bestseller und ein „Triumph erzählender Historie“. Kollegen kritisierten sie als „Flucht in die Literatur“. Die Frage, wie narrativ Geschichtsschreibung sein darf und soll, blieb umstritten. Golo Mann gab seine Antwort: Sie muss lesbar sein „wie ein Roman“.
Der Sohn Thomas Manns hatte es nicht leicht mit der berühmten Familie. Golo Mann suchte Distanz und löste sich doch nie. Nach der Kindheit in München und Salem folgte das Studium bei Jaspers in Heidelberg. Aus dem jungen Sozialisten wurde im Exil ein konservativer Gegner Hitlers. Lange um Wirkungsmöglichkeiten ringend, kam der überwältigende Erfolg für Golo Mann spät, mit bald fünfzig Jahren. Zugleich gewann seine Stimme in der Bundesrepublik Gewicht: Golo Mann wurde zum vielgefragten Redner und einflussreichen Kommentator, er unterstützte die Ostpolitik Brandts und später den Wahlkämpfer Strauß.
Mit privaten und öffentlichen Zeugnissen, seltenen Bild-, Text-, Ton- und Filmdokumenten zeichnet die Ausstellung einen bewegten Lebenslauf nach. Sie zeigt, dass auch für Golo Mann gilt, was er über Wallenstein schrieb: „Ein Nest aus Widersprüchen wird jede lebende Seele, sobald man sie beschreibt.“
Flyer mit Begleitprogramm
Das komplette Begleitprogramm dieser Sonderausstellung können Sie hier downloaden.
Eine Ausstellung des Heinrich- und-Thomas-Mann-Zentrums im Buddenbrookhaus, Lübeck in Zusammenarbeit mit Literaturhaus München.
Unter der Schirmherrschaft des Schweizerischen Generalkonsuls Walter Kägi, Hamburg.
Die Ausstellung wird gefördert durch:
Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien
Possehl-Stiftung
S. Fischer Verlag
Förderverein Buddenbrookhaus e.V.
Reinhold-Jarchow-Stiftung
Von Keller-Stiftung
Gemeinnützige Sparkassenstiftung zu Lübeck
Wir danken unseren Partnern:
ZVAB.com - Zentrales Verzeichnis antiquarischer Bücher
Institut für Medizingeschichte und Wissenschaftsforschung der Universität zu Lübeck
Gewinnspiel:
Das "Zentrale Verzeichnis Antiquarischer Bücher" (ZVAB) führt anlässlich der Ausstellung ein Gewinnspiel durch, bei dem u.a. eine Ausgabe von Golo Manns "Wir alles sind, was wir gelesen" mit einem Brief Golo Manns aus dem Jahr 1987 verlost wird.


