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Ausgestellt!

Ausgestellt!


 

Die bürgerlichen Kunstsammlungen unserer Stadt

Museum Behnhaus Drägerhaus:  

»Römische Tage - Venezianische Nächte.

Zum 200. Geburtstag des Spätromantikers Friedrich Nerly«

24. Februar - 18. Mai 2008 

 

Er kam aus Erfurt, lebte auf Gut Rothenhausen bei Lübeck - aber seine Liebe gehörte Italien.

Sein Name wird auf alle Zeit mit Venedig verbunden sein: Dem Maler Friedrich Nerlich - der sich

später in Italien Nerly nannte - wird anlässlich der 200. Wiederkehr seines Geburtstages eine

große Sonderausstellung im Museum Behnhaus Drägerhaus gewidmet.

Am 24. November 1807 wurde Friedrich Nerlich in Erfurt geboren.

Er war der Schüler von Carl Friedrich von Rumohr, der ihm auf seinem Gut Rothenhausen bei

Lübeck den nötigen gesellschaftlichen Schliff und das künstlerische Rüstzeug für seine späte-

re Karriere in Italien vermittelte.

Bereits 1828 reiste der junge Nerly mit seinem Mäzen in den Süden Europas und schloss sich

in Rom dem Kreise der deutschen Künstler an. Durch seine unkonventionellen Landschafts-

studien, denen er sich nahezu ausschließlich in der Umgebung von Rom und Süditalien wid-

mete, machte er sich schnell einen Namen.

Frei von akademischem Ballast weisen sie bereits in die Zukunft der Freilichtmalerei und über

die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts hinaus.

Als Nerly 1835 Rom verließ, um in die Heimat zurückzukehren, legte er eine Zwischenstation

in Venedig ein.

Die Stadt schlug ihn sofort in ihren Bann, so dass er länger als beabsichtigt blieb.

Nach der Heirat mit einer schönen Venezianerin schließlich fiel endgültig die Entscheidung für

die Lagunenstadt: Nerly, der dort bis zu seinem Lebensende 1878 blieb, wurde zum Maler von

Venedig.

Der Künstler musste mit seiner Malerei den Lebensunterhalt für seine Familie bestreiten, den-

noch geht seine Darstellung der Stadt weit über die Vedutenkunst für die Touristen hinaus.

Mit seinem Werk wollte er jenes Venedig heraufbeschwören, das »nur noch im Land der Träu-

me« liegt, wie es in einem Gedicht des Grafen August von Platen heißt, mit dem Nerly befreun-

det war.

In Nerlys Briefen klingen immer wieder die Sorge und der Schmerz über den drohenden Verfall

der Stadt durch Krieg, Zerstörung und Modernisierungswut durch. Er wollte mit seiner Arbeit

ihre Schönheit für die Nachwelt dokumentieren.

Nerlys Venedig-Bild ist nachweislich auch von der Literatur geprägt.

Er war, wie Ottilie von Goethe schrieb, nicht nur »ein geschickter Künstler, sondern ein sehr

gebildeter Mann«.

Er spiegelte in und mit seinem Werk die Atmosphäre, die er in jenen literarischen Texten spürte,

die seinen bildnerischen Arbeiten und seiner Intention »seelenverwandt« waren.

Die Lektüre der Werke von Lord Byron, von E.T.A. Hoffmann, William Shakespeares Venedig-

Dramen und Schillers Novelle »Der Geisterseher« haben neben etlichen anderen literarischen

Quellen ihre Spuren in seinem Werk hinterlassen.

Damit hat auch noch das Werk des Spätromantikers Nerly teil an der romantischen Verschmel-

zung der Bereiche von Poesie und Malerei.

Der Künstler näherte sich der Stadt in immer neuen Ansätzen - historischen, literarischen wie

aktuellen.

Immer aber ist sein Werk eine Hommage an die Serenissima, gestaltet in dem Bewusstsein,

dass ihre einmalige Schönheit nicht ewig erhalten bleiben wird.

 

Begleitprogramm

20. April 2008 | 11:30 Uhr »Kennst du das Land ...« Begegnungen Friedrich Nerlys in Rom,

Weimar und Venedig

Vortrag von Dr. Julia Nauhaus, Braunschweig, mit Goethe-Liedern: Christiane Strenge

(Sopran) und Katharina Happel (Klavier)

 

29. April 2008 | 19:00 Uhr »Venezia - La Serenissima« Dia-Show

von Thyss Henze mit literarischen Texten und Musik

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Deutsch-Italienischen

Gesellschaft Lübeck

 

8. Mai 2008 | 18:00 Uhr

Exklusive Führung durch die Sonderausstellung mit Jutta Meyer, im Anschluss Empfang

 

17. Mai 2008 | 16:00 Uhr

Finissage »Festa Veneziana« im Garten des Behnhauses

Venezianische Kanzonen - Junge Oper Lübeck

Kulinarische italienische Köstlichkeiten

 

Museum Behnhaus Drägerhaus

Galerie des 19. Jahrhunderts und der Klassischen Moderne

Königstraße 9 -11, 23552 Lübeck

Tel: 0451-122-4148

Dienstag-Sonntag, 10:00-17:00 Uhr

 

   

 

Brahms-Institut an der Musikhochschule Lübeck

Johannes Brahms - Ikone der bürgerlichen Lebenswelt?

10. Mai - 30. August 2008

 

Zum 175. Geburtstag von Johannes Brahms am 7. Mai 2008 eröffnet das Brahms-Institut an der

Musikhochschule Lübeck die neue Sonderausstellung »Johannes Brahms - Ikone der bürgerli-

chen Lebenswelt?«.

Bis Ende August zeigt die Schau kostbare Exponate aus der Lübecker Sammlung, darunter Mu-

sikhandschriften, Briefe, Notendrucke und Fotografien.

Im Mittelpunkt steht die Rekonstruktion von Brahms‘ Wiener Musikzimmer als Beispiel für ein bür-

gerliches Interieur im ausgehenden 19. Jahrhundert.

Das Bildprogramm mit Bismarck im preisenden Lorbeerkranz ist ebenso aufschlussreich wie die

Beethoven-Büste, die der Komponist »im Nacken« hatte, wenn er am Klavier saß.

Die Ausstellung gibt weiterhin Einblicke in die bürgerliche Musikkultur, ohne die das kompositori-

sche Werk von Brahms kaum vorstellbar wäre.

Als Komponist von Sinfonien und großformatigen Chorwerken sowie intimen Liedern und Kam-

mermusikwerken kam er einem Publikum entgegen, das die repräsentative Geste der öffentlichen

Musikfeste und Konzerte sowie den Rückzug ins Private des Salons gleichermaßen schätzte.

Mit zahlreichen Bearbeitungen eigener und fremder Werke für Klavier, dem Hausmusik-Instru-

ment par exellence, entsprach Brahms auch dem bürgerlichen Bildungsbedürfnis seiner Zeit.

Die Schau thematisiert freilich auch die Brüche dieser bürgerlichen Lebenswelt: Zeitlebens blieb

der Hamburger - kaum typisch für eine bürgerliche Biographie - unverheiratet. Stattdessen pfleg-

te Brahms vor allem in seiner Wahlheimat Wien einen großen Freundeskreis, der ihm zum Teil

auch familiäre Geborgenheit vermittelte. Wichtige Begegnungen der ersten Stunde, etwa mit dem

Geiger Joseph Joachim, trugen noch die Zeichen eines romantisch-schwärmerischen Freund-

schaftsbundes.

Wichtigstes Kommunikationsmedium war damals der Brief. Als Briefschreiber - das Brahms-

Briefe-Verzeichnis des Instituts listet momentan mehr als 10.500 Schreiben von und an Brahms

auf - war der Komponist zugleich an der vorrangig vom Bürgertum getragenen Briefkultur des

19. Jahrhunderts beteiligt. Zahlreiche Fotografien, Zeichnungen und Porträtbüsten hielten das

unverwechselbare Konterfei der prominenten Wiener Musikerpersönlichkeit fest - meist mit Rau-

schebart, Zigarre und Querbinder.

Im Zeitalter des Geniekults wurden alltägliche Gebrauchsgegenstände der Künstler zu symbol-

trächtigen Erinnerungsstücken stilisiert, eine Überhöhung, die bisher nur Heiligen in Form der Re-

liquienverehrung zu Teil geworden war. Dazu gehören auch die am Todestag genommene Haar-

locke von Johannes Brahms, seine Rauchutensilien oder die persönliche Brieftasche.

Die Ausstellung behandelt die genannten Themen in verschiedenen Abteilungen und macht sie

an Hörsäulen mit Musik und Texten.

 

Die Ausstellung wird von Lesungen und Vortragskonzerten begleitet, deren

Termine rechtzeitig bekannt gegeben werden.

 

7. Mai 2008 | 17:00 Uhr Ausstellungseröffnung (geladene Gäste)

Für die Öffentlichkeit ist die Ausstellung ab dem 10. Mai, 14 Uhr, geöffnet.

 

Auftakt der »Woche der Museen« 

31. Mai 2008 | 11:00 - 12:30 Uhr | Theater Lübeck, Kammerspiele

 

Im Theater Lübeck findet im Rahmen des Stadtprojektes »Mensch Bürger. Wir sind die Stadt«

der Auftakt der »Woche der Museen« statt.

Den Mittelpunkt der Matinee-Veranstaltung in den Kammerspielen bildet die Eröffnung der Aus-

stellung »250 Jahre Buddenbrookhaus - Geschichte(n) eines Bürgerhauses«, die vom 31. Mai

bis 26. Oktober 2008 im Buddenbrookhaus zu sehen ist. Nach der offiziellen Begrüßung wird -

musikalisch begleitet - in die historische und thematische Vielfalt des Stadtprojektes und der

damit verbundenen Ausstellungen und Aktionen eingeführt.

 

 

Zeughaus Völkerkundesammlung

 

... aus Mexiko - Geschenke Lübecker Bürger

1. Juni - 13. Juli 2008

 

Allein bis 1921 haben nahezu 500 Bürgerinnen und Bürger der Hansestadt »ihrem« Museum für

Völkerkunde eine Vielzahl von Gegenständen aus allen Teilen der Welt geschenkt.

Unter den Gabenbefinden sich sowohl herausragende Werke von beachtlicher Qualität als auch

frühe Souvenirs.

Unter den mexikanischen Objekten ragt eine Gruppe westmexikanischer Tonfiguren weit heraus,

die selbst bei einem nur flüchtigen Blick einem Betrachter sofort auffallen.

Es handelt sich um etwa 2.000 Jahre alte Figuren, die aus Schachtkammergräbern stammen,

hauptsächlich aus dem heutigen Bundesstaat Nayarit.

Diese Objekte wurden dem Museum von Carl Behn (1911 in Lübeck gestorben) 1902 geschenkt.

Carl Behn war Konsul der Freien und Hansestadt Lübeck in Mexiko. Bereits 1882 hatte er dem

Museum Werke vorspanischer Kulturen aus Mexiko zukommen lassen.

Das Besondere an seiner wertvollen Schenkung von 1902 ist, dass alle 17 Figuren als Einheit

an einem Platz in Ixtlan del Rio, im Süden von Nayarit, in der Nähe des Bundesstaates Jalisco,

gefunden wurden und das lange vor der Zeit, in der westmexikanische Kunst populär wurde

und eine Massenplünderung der Gräber sowie eine Produktion von Fälschungen einsetzte.

Ein weiterer diplomatischer Vertreter aus Lübeck in Mexiko, Konsul Bremer, hat seiner Heimat-

stadt 1895 ebenfalls eine Reihe von Gegenständen aus Mexiko, insbesondere Steinfiguren vor-

spanischer Kunst, zum Geschenk gemacht.

Auch Rudolf Groth, der große Mäzen der Völkerkundesammlung, schenkte dem Museum zwi-

schen 1923 und 1985 wiederholt Objekte seiner Wahlheimat Mexiko, in der er als Kaufmann

viele Jahrzehnte tätig war.

Seine Schenkungen bestehen u.a. aus farbig bemaltenTongefäßen (Urnen), Fragmenten und

Scherben der Postklassik (14. bis 15. Jahrhundert) und von ihm selbst ausgegrabenen Alter-

tümern wie auch aus Tableaus von Tanz- bzw. Straßenszenen aus der zweiten Hälfte des

20. Jahrhunderts.

Die Lübecker Völkerkundesammlung ist eine »bürgerliche« Sammlung par excellence: Der Groß-

teil ihrer wertvollen Exponate stammt aus Schenkungen von Bürgerinnen und Bürgern bzw.

wurde auf ebenfalls von Lübecker Bürgern organisierten Expeditionen erworben. Trotz des

Beschlusses der Lübecker Bürgerschaft, den Museumsbetrieb der Völkerkundesammlung ein-

zustellen, wird das Zeughaus im Rahmen des »Mensch Bürger«-Projektes für sechs Wochen

öffnen, um Teile dieser bedeutenden Sammlung in einer Ausstellung zu präsentieren.

 

Begleitprogramm

01.06.2008 | Eröffnung | So | 11:30 Uhr

mit dem Botschafter von Mexiko, Jorge Castro-Valle K., Berlin

Begrüßung Peter Sünnenwold, Stadtpräsident

Grußworte Dr. Ulrich Pannwitz, 1. Vorsitzender der Deutsch-Ibero-Amerikanischen Gesellschaft Lübeck e.V.

Einführung Brigitte Templin M.A., Leiterin der Völkerkundesammlung

Musikalische Umrahmung

Carlos Johnson, 1. Konzertmeister des Philharmonischen Orchesters Lübeck

Joo-Hyun Kang, Mitglied des Philharmonischen Orchesters Lübeck

Eintritt: 5,- € Erwachsene | 2,50 € Ermäßigte | 2,- € Kinder & Jugendliche

 

 

15. Juni 2008 | 11:30 Uhr Führung mit Brigitte Templin M.A.

29. Juni 2008 | 11:30 Uhr Führung mit Brigitte Templin M.A.

 

Zeughaus Völkerkundesammlung

Parade 10, Zeughaus am Dom, 23552 Lübeck, T 0451-122-4342

Di-So, 10:00-17:00 Uhr

 

 

Günter Grass-Haus

Ein Bürger für Brandt. Der politische Grass

1. Juni - 31. August 2008

 

Günter Grass engagiert sich wie kein zweiter deutscher Schriftsteller für die Belange und

Rechte von Minderheiten, für soziale Gerechtigkeit und Demokratie.

Seine Einwürfe und Mahnungen finden weitüber die deutschen Grenzen hinweg Beachtung.

Fragt man nach der Wurzel seines intensiven bürgerschaftlichen Engagements, fällt unwill-

kürlich der Name eines großen Lübeckers: Willy Brandt.

Nachdem Bundeskanzler Konrad Adenauer während des Bundestagswahlkampfes im Jahre

1961 seinen Herausforderer aufgrund dessen unehelicher Geburt abwertend mit »Brandt

alias Frahm« bezeichnete, sah es Günter Grass als seine »Bürgerpflicht, laut und deutlich für

den Verleumdeten einzutreten. Ich schraubte das Tintenfaß zu, verließ mein Stehpult, ergriff

Partei.«

Der bis zu diesem Zeitpunkt auf politischem Gebiet eher zurückhaltende Künstler Grass ent-

wickelte in der Folgezeit einen für deutsche Schriftsteller ungewöhnlich hohen persönlichen

Einsatz für Willy Brandt und die »ES-PE-DE«.

Er tourte in einem VW-Bus quer durch die Bundesrepublik und hielt selbst in entlegenen Re-

gionen Wahlkampfreden. Seinem Engagement sind zahlreiche prominent besetzte sozialde-

mokratische Wählerinitiativen zu verdanken. Darüber hinaus entwarf Grass Reden für Willy

Brandt und gestaltete eigene Plakate.

Neben Grass' unmittelbarem politischen Engagement widmet sich die Sonderausstellung der

politischen Sozialisation von Günter Grass und dessen politischer Weltsicht, die von Willy

Brandt beeinflusst wurde. Außerdem werden Zeitzeugeninterviews mit Klaus Staeck,

Arnulf Baring, Friedhelm Drautzburg und Hartmut von Hentig zu sehen sein.

 

Begleitprogramm

Das Begleitprogramm zur Ausstellung wird das in Deutschland seit Jahrhunderten diskutierte

Verhältnis der Literatur zur Politik beleuchten.

Gemeinsam mit der Universität zu Lübeck werden in einer Vortragsreihe Schriftstellerpersön-

lichkeiten porträtiert, für die das »politische Lied« nicht automatisch ein »garstig Lied« war.

 

1. Juni 2008 | 17:30 Uhr Ausstellungseröffnung

in der Lübecker Katharinenkirche:

Podiumsgespräch mit Siegfried Lenz und Günter Grass.

Das Theater Lübeck präsentiert eine szenische Lesung des Theaterstücks »POUM - oder Die

Vergangenheit fliegt mit« von Günter Grass.

In dem genannten Einakter aus dem Jahre 1965 beschreibt Grass den Flug eines »Kandidaten«

in Begleitung eines Schriftstellers während einer Wahlreise. Unverkennbar tragen die Protago-

nisten Züge von Willy Brandt und Günter Grass.

 

5. Juni 2008 | 15:00-17:00 Uhr Lehrerfortbildung zur Sonderausstellung

Anmeldung und Informationen unter der Hotline der Lübecker Museen: 01805-929200 (14 ct/min)

 

4. Juli 2008 | 19:00 Uhr Literatur im Gespräch: »Aus dem Tagebuch

einer Schnecke« von Günter Grass.

Mit Helmut Frielinghaus, dem langjährigen Lektor von Günter Grass.

 

10. Juli 2008 | 19:00 Uhr »... und was machten Sie am 7. Dezember 1970?«

Schreibwerkstatt zu den Prosageschichten aus »Mein Jahrhundert« von Günter Grass.

Keine Vorkenntnisse erforderlich.

 

Günter Grass-Haus

Forum für Literatur und Bildende Kunst

Glockengießerstraße 21, 23552 Lübeck, T 0451-122-4230

Montag-Sonntag, 10:00 -17:00 Uhr

 

 

 

Museum Behnhaus Drägerhaus

Pompeji 360°

3. Juni - 7. September 2008

 

Die beiden Panoramen Carl Georg Enslens aus dem Jahr 1826 »Panoramen« wurden zutreffend

als das beliebteste Massenmedium des 19. Jahrhunderts bezeichnet. Neben den großen Rotun-

den in London oder Paris mit wechselnden Programmen gab es auch die kleineren »Zimmerpa-

noramen«, die von den reisenden Malern in Hotelsälen o.ä. gezeigt wurden.

Zu den bekanntesten Künstlern dieses Genres gehörte in Deutschland der in Danzig und Berlin

ausgebildete Landschaftsmaler und Lithograf Carl Georg Enslen (*1792 Wien, †1866 Sille).

Dessen »Malerische Reisen im Zimmer« wurden über viele Jahrzehnte in zahlreichen Städten

Europas präsentiert.

Im Zweiten Weltkrieg fiel 1942 ein großer Teil seines Nachlasses in Lübeck unwiederbringlich

der Zerstörung anheim. Erhalten blieben aber unter anderem die Vorarbeiten zu zwei Pompeji-

Panoramen, die die archäologischen Ausgrabungen des Jahres 1826 zeigen.

Die bisher unpublizierten, teilweise aquarellierten Blätter porträtieren mit großer Genauigkeit den

Bereich des Theaters und des pompejianischen Forums.

Anders als bei den weit verbreiteten Landschafts- oder Städteveduten gewinnt die Landschaft

bei Enslen aber durch das extrem weitwinklige Format eine sehr viel größere Bedeutung.

Die Ruinen zeigen nur einen Teilaspekt der gesamten Darstellung. Auf zwei dieser Blätter kann

der Betrachter den kleinwüchsigen Maler selbst bei der Arbeit entdecken.

Die beiden sich im Besitz der Lübecker Museen befindenden Panoramen, die sich aus jeweils

elf bzw. vier Einzelblättern bestehenden Studienblättern zusammensetzen, fanden später je-

doch aus bislang unbekannten Gründen keine Übertragung in ein großformatiges Panorama.

Mit einer Bildfläche von etwa 48 x 590 cm hätte ein solches in seiner Vollendung eine Länge

von insgesamt ca. 12 Metern bemessen.

 

Begleitprogramm

2. Juni 2008 | 19:30 Uhr Ausstellungseröffnung

Der zu dieser Ausstellung publizierte Ausstellungskatalog reproduziert die beiden Panoramen

in Form zweier Leporellos.

 

Museum Behnhaus Drägerhaus

Galerie des 19. Jahrhunderts und der Klassischen Moderne

Königstraße 9 -11, 23552 Lübeck

T 0451-122-4148

Dienstag-Sonntag, 10:00-17:00 Uhr

 

 

 

St. Annen-Museum

 

500 Jahre Lübecker Stadtansichten in Druckgrafik und Fotografie

4. Juni - 31. August 2008

 

Kaum eine Stadt ist so vollständig vom Mittelalter bis in die Neuzeit durch repräsentative Stadt-

ansichten dokumentiert wie Lübeck.

Die Bürger der norddeutschen Handelsmetropole zeigten ihren Stolz, ihr Selbstbewusstsein,

ihre Weltläufigkeit, indem sie ihre Stadt immer wieder aus verschiedenen Blickwinkeln darstellen

ließen, um diese Ansichten dann in repräsentativen Werken zu veröffentlichen: So zum Beispiel

in der frühen »Universalgeschichte für angehende Kleriker«, in der »Schedelschen Weltchro-

nik«, in Braun-Hogenbergs »Civitates Orbis terrarum«, in der »Topographia Saxoniae Inferioris«,

gedruckt in der Werkstatt Merians, oder in den Blaeuschen Kartenwerken.

So trugen die Bürger Lübecks den Ruhm ihrer Stadt in die Welt hinaus.

Ergänzt wurden diese Ansichten oftmals durch Lobgedichte, die die Tugenden der Bürger, ihr

Rechtsempfinden, die Ordnung und die herausragende Architektur priesen. Namhafte Künstler

wurden verpflichtet, das Bild der Königin der Hanse darzustellen, wobei stets die topografische

Richtigkeit mit der repräsentativen Überhöhung eine enge Verbindung einging.

So kann der Besucher der Ausstellung die Entwicklung der Stadt und die Sichtweise der Bürger

auf ihre Vaterstadt im Wandel der Zeiten vollziehen.

Die Silhouette der Stadt mit der charakteristischen Krone der Türme, die Stadtmauer und das

System der Festigungswälle, die Wasserwege und die Schifffahrt werden in besonderer Weise

hervorgehoben, um die Blüte der Stadt zu zeigen, die aber auch ein Hort des Glaubens war.

Bezeichnerweise wird die Stadt auf frühen Blättern beleuchtet von der Gnadensonne, die, be-

gleitet von Engeln oder Putti, Lübeck als Ort erscheinen lassen, der von Gott auserwählt wurde.

Im späten 18. und 19. Jahrhundert wird Lübeck dann als pittoreske Kulisse meist in Teilansichten

vorgestellt.

Die Bürger, die ihrem Gewerbe nachgehen, werden darin zur stilvollen Staffage.

Die Briefköpfe der Zünfte und Handwerksämter des 19. Jahrhunderts greifen aber wieder auf

die statuarischen Ansichten des Mittelalters zurück, um Lübecks große Vergangenheit herauf-

zubeschwören.

Am Ende des 19. und im frühen 20. Jahrhundert wird mit dem neuen Medium der Fotografie ein

Gegenpol gesetzt: Die Stadt wird einerseits dokumentiert, zum anderen wird eine neue Kunst-

form der Stadtansicht geschaffen. Mit der Fotografie der Neuen Sachlichkeit erreicht die Stadt-

ansicht höchste Qualität.

Albert Renger-Patzsch formt mit seiner »neuen Sicht der Dinge« das Stadtbild in strenger, aus-

gewogener Komposition - Fotografien, die heute Weltruhm genießen.

Eine völlig neue Möglichkeit bot sich ab 1936 für die Fotografen durch die Ausgabe der ersten

Farbdiafilme.

Farbaufnahmen gab es zwar schon vereinzelt seit der Jahrhundertwende (sog. Autotypien),

jedoch waren diese nur unter großem Aufwand herzustellen. Teilweise liegen diese frühen

Aufnahmen in gedruckter Form vor.

In der Fotosammlung des Museums befindet sich ein einmaliger Bestand an Farbdias, die ein

authentisches Abbild der Stadt vor der Zerstörung 1942 wiedergeben.

Erstmalig ist eine Auswahl aus diesem Bestand zu sehen, der dem heutigen Betrachter neue

Einblicke in die zum Teil untergegangene Stadtstruktur ermöglicht.

Mit der z.T. farbigen fotografischen Dokumentation, die 1942/43 durch Mitarbeiter des Dräger-

Werkes erstellt wurde, enden die Darstellungen der Stadt. Es wird der Bogen von der großen

Zeit der Hansestadt bis zum tiefsten Punkt ihrer Geschichte geschlagen.

 

Begleitprogramm

 03.06.2008 | Di | 19:30 Uhr | Ausstellungseröffnung

Begrüßung Oliver Fraederich, Stiftungsratsvorsitzender

Einführung Dr. Hildegard Vogeler zusammen mit

Dr. Thorsten Albrecht im Remter des St. Annen-Museums

Eintritt: 5,- € Erwachsene | 2,50 € Ermäßigte | 2,- € Kinder & Jugendliche

 

06.06.2008 | 18:00 Uhr | Remter Konzert von »Musici Lubicenses«

»Diary and Music« Englische Musik des 17. Jh. mit einer Rezitation von Tagebuchaufzeichnungen Samuel Pepys

Hartmut Ledeboer (Flöten), Bettina Piwkowski (Barockvioline), Hans Koch (Viola da Gamba), Michael Hantke (Cembalo), Elisabeth Farenholtz (Rezitation)

 

St. Annen-Museum

St. Annen-Straße 15, 23552 Lübeck

T 0451-122-4137, E-mail: mkk@luebeck.de

Dienstag-Sonntag, 10:00 -17:00 Uhr

 

 

 

Kulturforum Burgkloster mit Museum für Archäologie

Bugenhagen, Buxtehude, Brandt ... Lübecker machen Geschichte

5. Juni - 16. November 2008

 

Die Geschichte unserer Stadt ist eng verknüpft mit denMenschen, die hier gelebt und ent-

scheidende Epochen und Ereignisse mitgeprägt haben. Sie stehen im Mittelpunkt der Ausstel-

lung im Kulturforum Burgkloster. An ihnen können Strömungen in der politischen Entwicklung,

auf geistesgeschichtlichem Feld - in der Philosophie, Literatur, Bildenden Kunst oder Musik -

aufgezeigt werden, sie werden aber auch in ihren Vernetzungen mit Zeitgenoss/innen, mit

Vorläufern und Nachfolgern dargestellt.

So ist etwa die Zeit der Reformation mit ihrer Neuorientierung im religiösen und politischen Be-

reich in Lübeck eng verbunden mit dem Reformator Johannes Bugenhagen, mit der Gründung

des Katharineums durch Hermann Bonnus, mit dem Drucker Johann Balhorn, aber auch mit

dem 1537 hingerichteten Bürgermeister Jürgen Wullenwever.

Andere Epochen und Umbruchsphasen sind ähnlich spannend und nicht ohne bekannte Per-

sönlichkeiten denkbar, die in Lübeck geboren wurden oder nach Lübeck kamen und hier tätig

waren: Dieterich Buxtehude etwa steht als Protagonist für die Musik und die Kunst in Lübeck

von der frühen Neuzeit bis heute, dessen kreative Arbeit nicht möglich war ohne bedeutende

Sponsoren wie z.B. Thomas Fredenhagen.

Die Gründung der Gesellschaft zur Beförderung Gemeinnütziger Tätigkeit 1789 durch den Pas-

tor und Freimaurer Ludwig Suhl und seinen Freundeskreis leitete die Aufklärung in Lübeck ein.

Bis heute wirken viele Mitglieder der Gemeinnützigen in diesem Sinne.

Willy Brandt kann als Symbolfigur für die höchst wechselvolle historische Entwicklung vom

Kaiserreich zur bundesrepublikanischen Demokratie gelten.

Die Ausstellung stellt ausgewählte Persönlichkeiten vor und erzählt in Texten und Abbildungen

von ihrem Wirken in Lübeck.

 

Begleitprogramm

4. Juni 2008 | 19:30 Uhr Gemeinsame Eröffnung der Ausstellungen

»Bugenhagen, Buxtehude, Brandt ... Lübecker machen Geschichte« und

»Lübecker Bürger und die Archäologie«

 

22. Juni 2008 | 11:30 Uhr Öffentliche Führung durch die Ausstellung

mit Christian Rathmer M.A., Lübeck

 

24. Juni 2008 | 20:00 Uhr »Vom Lob der Bürgertugend. Wie Hanseaten

Verdienste auszeichnen« Vortrag von Prof. Dr. Gerhard Ahrens, Lübeck

 

9. September 2008 | 20:00 Uhr Wohltätigkeit - eine Lübecker

Tradition? Stiftungen seit dem 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart.

Vortrag von Prof. Dr. Antjekathrin Graßmann, Lübeck

 

14. September 2008 | 11:30 Uhr Öffentliche Führung durch die Ausstellung

mit Christian Rathmer M.A., Lübeck

23. September 2008 | 20:00 Uhr Bürgerstolz und Kaisertreue. Die Hanseaten

im Deutschen Reich Vortrag von Prof. Dr. Gerhard Ahrens, Lübeck

 

9. Oktober 2008 | 20:00 Uhr Vom »Reichsfeind« in die politische

Verantwortung. Die Lübecker Sozialdemokratie bis zum Ende des Kaiserreichs

1918 Vortrag von Dr. Wolfgang Muth, Lübeck

 

11. November 2008 | 20:00 Uhr Das Mitspracherecht der Bürger

im mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Lübeck

Vortrag von Dr. Rolf Hammel-Kiesow, Lübeck

 

Lübecker Bürger und die Archäologie

 

Die Erforschung der Lübecker Vorgeschichte beginnt Ende des 17.Jahrhunderts.

Im 20. Jahrhundert etabliert sich die mittelalterliche Stadtkernarchäologie mit der Gründung

eines eigenen Bereiches (damals das Amt für Vor- und Frühgeschichte, Bodendenkmalpfle-

ge), und im 21. Jahrhundert wird schließlich das Museum für Archäologie eingerichtet.

Viele Lübecker Bürger haben ihre Schaffenskraft in die Erforschung der Geschichte und

Archäologie der Stadt eingebracht, unter ihnen Ernst Curtius, Carl Hermann Haug, Karl Mar-

tin Joachim Klug, Jacob von Melle, Werner Neugebauer oder Wilhelm Ohnesorge.

So hat etwa Carl Hermann Haug während seiner Amtszeit als klösterlicher Oberförster

(1840-1875) unzählige Grabhügel in seinen Revieren Wulfsdorf mit Blankensee, Schattin,

Schwinkenrade und in den umliegenden Dörfern aufgegraben und die Funde der lübeckischen

Alterthumssammlung übergeben.

Seine ebenfalls umfangreiche Privatsammlung wurde bei seiner Pensionierung von der »Ge-

sellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit« angekauft und erwies sich als hervorra-

gender prähistorischer Bestand, der bei Fachleuten begeisterte Würdigung fand.

Neben der Präsentation der Funde und einiger persönlicher Gegenstände dieser Lübecker Bür-

ger dokumentiert die Ausstellung, deren Lebenswege, ihre jeweiligen Forschungsschwerpunkte

und die archäologische Epoche, die im Interesse des jeweiligen Forschers lag.

 

Begleitprogramm

 

4. Juni 2008 | 19:30 Uhr Gemeinsame Eröffnung der Ausstellungen

»Lübecker Bürger und die Archäologie« und

»Bugenhagen, Buxtehude, Brandt ... Lübecker machen Geschichte«

5. Juli 2008 | 11:00 Uhr Führung durch die Ausstellung mit Doris Mührenberg

6. September 2008 | 11:00 Uhr Führung durch die Ausstellung

mit Doris Mührenberg

 

Kulturforum Burgkloster mit Museum für Archäologie

Hinter der Burg 2-6, 23552 Lübeck

T 0451-122-4195, E-mail: kulturforum-burgkloster@luebeck.de

Dienstag-Sonntag, 10:00-17:00 Uhr

 

 

Kunsthalle St. Annen

Moderne Klassik - Die Sammlung Dr. Felix Ganteführer

6. Juni - 14. September 2008

Der Rechtsanwalt, Notar, Steuerberater und engagierte Sammler Dr. Felix Ganteführer baute

seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts eine sehr umfangreiche und qualitätvolle Samm-

lung zeitgenössischer Kunst auf, die heute, im Rückblick, bereits Namen und Werke umfasst,

die man gemeinhin als »klassisch« bezeichnen kann.

Rund 45 großformatige Exponate aus der Sammlung geben einen Überblick über das Kunstge-

schehen in Deutschland nach 1945. Viele der hier präsentierten und zum Teil auch noch leben-

den Künstler, die nach dem Krieg das Kunstgeschehen in der Bundesrepublik revolutionierten

und so manchen Skandal verursachten, zählen heute bereits zu den nicht mehr wegzudenken-

den Größen der modernen Kunstgeschichte. Das bedeutet, dass diese Künstler aufgrund ihres

eindrucksvollen und innovativen Schaffens ohne Ausnahme »museale Weihen« empfingen.

Zugleich aber muten ihre Werke auch heute noch so frisch, vital und aktuell an, als wären sie

gerade erst gestern entstanden.

Daher rührt - in bewusster Anspielung auf die für die internationale Vorkriegskunst zu einem

festen Begriff gewordene »Klassische Moderne« - nunmehr die Bezeichnung der »Modernen

Klassik«.

Die Sammlung Ganteführer enthält Werke von Künstlern mit illustren Namen wie Emil Schuhma-

cher, Bernard Schultze, Hann Trier, Fritz Winter, Peter Brüning, Gerhard Hoehme, Antonius

Höckelmann, Ulrich Erben, Barbara Heinisch, Gotthard Graubner, Felix Droese u.a.

Ein Höhepunkt der Ausstellung ist die erstmalige Präsentation der dreiteiligen Nagelarbeit »Wind«

(2006-2008) von dem ehemaligen Zero-Künstler Günther Uecker.

Diese wurde von ihm eigens für eine der Nischen der Kunsthalle St. Annen geschaffen und

wird an diesem Platz von nun an als Dauerleihgabe des Sammlers verbleiben.

In seiner Form als Triptychon nimmt es bewusst Bezug zu mittelalterlichen Altaraufbauten und

damit zugleich auf die Werke des St. Annen-Museums.

Dieses Werk zählt der 78-jährige Künstler selbst zu einem der besten je von ihm geschaffenen

Kunstwerke.

Die Sammlungen der Lübecker Museen, aber auch die anderer Museen in Deutschland verdan-

ken ihren Reichtum hauptsächlich dem bürgerlichen Engagement ihrer Bewohner. Mit der Prä-

sentation der Sammlung von Dr. Felix Ganteführer, die inhaltlich vorzüglich zu dem passt, was

auch an Kunstbeständen in der Kunsthalle St. Annen gezeigt wird, soll die Vorbildfunktion solch

bürgerlichen, dem Gemeinwohl dienenden Tuns vor Augen geführt werden.

 

Begleitprogramm

5. Juni 2008 | 19:30 Uhr Ausstellungseröffnung in Gegenwart des

Sammlers Felix Ganteführer und des Künstlers Günther Uecker mit feierlicher

Enthüllung seiner dreiteiligen Nagelarbeit »Wind«.

15. Juni 2008 | 11:30 Uhr Führung mit Dr. Thorsten Rodiek

13. Juli 2008 | 11:30 Uhr Führung mit Dr. Thorsten Rodiek

 

Kunsthalle St. Annen

St. Annen-Straße 15, 23552 Lübeck

T 0451-122-4137, E-mail: mkk@luebeck.de

Dienstag-Sonntag,10:00-17:00 Uhr

 

 

Museum für Natur und Umwelt

Von Naturmerkwürdigkeiten zur Naturgeschichte

7. Juni - 21. September 2008

 

Anstiftung zu naturwissenschaftlicher Bildung und zum Schutz des Naturerbes in Lübeck.

Mit der Aufklärung vollzog sich in vielen europäischen Städten eine verstärkte Zuwendung zu

naturwissenschaftlichen Themen.

War Bildung zuvor noch ein Privileg des Adels, so gewann mit der Aufklärung auch das Bürger-

tum langsam Zugang. Neben den traditionsreichen fürstlichen Naturalienkabinetten und  Wunder-

kammern entstanden die ersten Museen.

In der Freien und Hansestadt Lübeck hatte kein Fürst, sondern schon lange ein selbstbewuss-

tes Bürgertum die Regierungsgeschäfte inne. Beispielhaft hierfür ist das Wirken der in dieser

Zeit gegründeten »Gesellschaft zur Beförderung Gemeinnütziger Tätigkeit«. Diese übernahm im

Jahre 1800 den Nachlass des Lübecker Arztes und Naturforschers Johann Julius Walbaum mit

der Maßgabe, dass die Bürgerinnen und Bürger der Stadt über eine öffentliche Ausstellung Zu-

gang zu naturwissenschaftlicher Allgemeinbildung bekommen sollten.

Die naturkundliche Sammlung wurde im Laufe eines Jahrhunderts durch Exponate aus allen

Erdteilen ergänzt und fand 1893 zusammen mit der Kunst und der völkerkundlichen Sammlung

im neuen Museum am Dom ein angemessenes Zuhause.

Im Sinne Walbaums wirkten in den folgenden zwei Jahrhunderten etliche Naturwissenschaftler

am Museum, von denen die meisten ehrenamtlich tätig waren.

Sie entwickelten ein wachsendes Interesse zur Erforschung der heimischen Natur.

Beispielhaft werden in der Ausstellung Paul Gussmann, Ernst Albert und Georg Eberle vorge-

stellt - drei Persönlichkeiten, die im frühen 20. Jahrhundert die Natur erforschten, dokumentier-

ten und in Büchern und öffentlichen Vorträgen ihr Wissen verbreiteten.

Aus der Beobachtung, dass mit dem Wachstum der Städte und der Bevölkerungsdichte viel Na-

tur zerstört wurde und Arten verschwanden, entstand im Laufe des 20. Jahrhunderts aus dem

Heimatschutz- der Naturschutzgedanke.

Heute ist der Naturschutz zwar durch zahlreiche Gesetze und Verordnungen staatlich geregelt,

aber er untersteht nicht nur seinen fachlichen sondern auch politischen Abwägungsprozessen,

die ihn nur allzu oft gegenüber »höherwertigen Interessen der Gesellschaft« beschneiden.

Ehrenamtliches Engagement hat in Lübeck in manchen Fällen dazu beigetragen, wertvolle Le-

bensräume zu bewahren oder deren Entwicklung zu schützen.

Beispielhaft für den Schutz des Lübecker Naturerbes durch bürgerliches Engagement wird in

der Ausstellung der Schutz des Schellbruchs und der Grönauer Heide dokumentiert.

 

Begleitprogramm

6. Juni 2008 | 17:30 Uhr Ausstellungseröffnung

11. Juni 2008 | 14:00-15:30 Uhr MuseumsStammtisch

»Von Walbaum (1800) zum Pottwal (2004)«, mit Dr. Wolfram Eckloff

15. Juni 2008 | 11:00-13:00 Uhr MuseumsEindrücke

»Walbaum: Anstiftung zu naturwissenschaftlicher Bildung in Lübeck«

Ausstellungsbesuch und Gespräch mit Dr. Wolfram Eckloff

 

Museum für Natur und Umwelt

Musterbahn 8, 23552 Lübeck

T 0451-122-4122 / -4121, E-mail: naturmuseum@luebeck.de

Dienstag-Freitag, 9:00-17:00 Uhr | Samstag-Sonntag, 10:00-17:00 Uhr

 

 

 

Industriemuseum Geschichtswerkstatt Herrenwyk

 

Gewerbefleiß - Das Lübecker Gewerbemuseum und die Selbstdarstellung von Industrie und

Gewerbe um die Wende zum 20. Jahrhundert

7. Juni - 12. Oktober 2008

 

Das Gewerbemuseum und das Handelsmuseum waren Gründungen der »Gesellschaft zur Be-

förderung Gemeinnütziger Tätigkeit« aus den 1870er Jahren.

Beide waren zunächst im Burgkloster untergebracht, ab 1893 dann gemeinsam mit anderen

Sammlungen im Museum am Dom.

Das Ziel beider Einrichtungen war die Ausstellung von Produkten Lübecker Firmen, aber auch

von Warensammlungen aus dem Groß- und Einzelhandel.

Die Exponate stammten zum überwiegenden Teil aus Spenden von Firmen oder Einzelpersonen.

Zielgruppe waren Kaufmannslehrlinge zur praktischen Unterstützung eines Warenkundeunter-

richts sowie Lübecker Geschäftsleute.

1895 und 1920 veranstalteten der Industrieverein und die Handelskammer große Industrieaus-

stellungen, in denen Lübecker Firmen und Unternehmen aus anderen Regionen ihre Produktpa-

lette präsentierten.

Unter der Firmierung »Deutsch-Nordische Handels- und Industrieausstellung« wurden vor allem

die skandinavischen Länder als Handelspartner angesprochen.

Die Ausstellung zeigt die Anstrengungen zur Selbstdarstellung und damit zur Werbung der

wachsenden Lübecker Industrie. Im Mittelpunkt stehen Teile der Sammlungen von Handels- und

Gewerbemuseum, die sich noch in den Beständen der Lübecker Museen befinden.

Fotos und Dokumente sowie die eindrucksvoll gestalteten Ausstellungskataloge zeigen die

praktische Umsetzung.

 

Begleitprogramm

6. Juni 2008 | 19:30 Uhr Ausstellungseröffnung

6. Juli 2008 | 11:30 Uhr Führung mit Dr. Wolfgang Muth

27. Juli 2008 | 11:30 Uhr Führung mit Dr. Wolfgang Muth

21. September 2008 | 11:30 Uhr Führung mit Dr. Wolfgang Muth

12. Oktober 2008 | 11:30 Uhr Führung mit Dr. Wolfgang Muth

 

Industriemuseum Geschichtswerkstatt Herrenwyk

Kokerstraße 1-3, 23569 Lübeck

T 0451-30 11 52, E-mail: geschichtswerkstatt@luebeck.de

Freitag, 14:00-17:00 Uhr | Samstag-Sonntag, 10:00-17:00 Uhr

 

 

 

Holstentorfest für Kinder

zum Abschluss der Woche der Museen

Samstag, 7. Juni 2008 | 10:00 - 18:00 Uhr

 

Mit einem bunten Kinderfest im - und rund ums - Holstentor geht die »Woche der Museen« zu

Ende.

Am Samstag, den 7. Juni, wird sich alles um die aktiven Bürger von morgen drehen: die Kinder.

Unter dem Motto »Museumskinder - Ihr seid die Stadt!« gibt es ein spannendes, lustiges, aber

auch informatives Programm für Kinder.

 

Kooperationsveranstaltung der Lübecker Museen mit der Dräger Hanse Betriebskrankenkasse

 

 

 

Stadtbibliothek Lübeck

 

Von Scharbau bis ...

Herausragendes Bürgerengagement für die Bibliothek der Hansestadt Lübeck

 

9. Juni - 28. Juni 2008

Die Ausstellung im Foyer der Stadtbibliothek umfasst eine Zusammenstellung historisch wertvol-

ler Übernahmen von Sammlungen einzigartigen Ausmaßes, die die Entwicklung der Stadtbiblio-

thek maßgeblich prägten.

Neben der Darstellung der Geschichte werden besondere Bücher präsentiert.

Diese Sammlungen waren es, welche die in den vergangenen Jahrhunderten erfolgte For-

schung in Lübeck wesentlich begleiteten.

Mit dem Geburtsjahr 1619 scheint die Bibliothek nicht jung, doch man kann auch etwas älter und

dennoch aktuell sein.

Die um 1620 von den Bürgermeistern Lüneburg und Brockes erlassene erste Benutzungsord-

nung des Hauses enthält den Passus, dass nicht alle Wissensdurstigen so gestellt seien, dass

sie sich alle Bücher kaufen könnten, die zur Allgemeinbildung und Fachkenntnis notwendig wä-

ren - eine unverändert gültige Feststellung. In den Jahren der Entstehung der Sammlung waren

spezielle Stiftungen von prägender Bedeutung.

Als Grundbestand waren die Bücher der Jakobi-, Petri-, Aegidien- und der Marienkirche in der

Größenordnung von über 1.100 Büchern der Bibliothek zugekommen, der Dom steuerte 1804

weitere Bände hinzu, Waisenhaus und Johanniskloster folgten.

Eindeutiger Höhepunkt war 1759 das Vermächtnis von Hinrich Scharbau. Der Hauptpastor von

St. Aegidien überließ der Bibliothek der Hansestadt seine Handbibliothek mit 6.000 Bänden sowie

ein Kapital von 16.000 Mark.

Dieser Grundstock ermöglichte erste laufende Neuerwerbungen.

Seit 1679 konnten auch städtische Strafgelder aus Ehesachen und Anteile der Erlöse aus Bü-

cherauktionen für Käufe der Bibliothek verwendet werden, doch sollte es noch bis zur Mitte

des 18. Jahrhunderts dauern, bis angemessene Erwerbungsetats zur Verfügung standen.

Einige der damaligen Zugänge waren deshalb qualitativ hochwertigen Einzelschenkungen zu

verdanken.

Der planvolle Ausbau der Bestände konnte vor gut 160 Jahren einsetzen und er hält bis heute

an. Damals waren es noch 1.100 Bücher, heute sind es über 1,1 Mio. Medien: Bücher, Zeit-

schriften, Zeitungen, CDs, DVDs, Internet usw.  Mit der Vertausendfachung des Bestandes

ging die Vertausendfachung des Wissens einher.  Wie schon 1619 so steht auch heute die

Bibliothek allen Bürgerinnen und Bürgern Lübecks offen.

 

Bibliothek der Hansestadt Lübeck

Hundestraße 5 - 17, 23552 Lübeck

T 0451-122-4114 , E-mail: stadtbibliothek@luebeck.de

Montag-Freitag, 10:00-19:00 Uhr | Samstag, 9:00-13:00 Uhr