Pressemitteilung als PDF

Die neue Sonderausstellung „ERINNERUNG UND NEUANFANG. Das Hochofenwerksgelände – wie es war – wie es ist" wurde heute im Rahmen einer Pressekonferenz im Industriemuseum Geschichtswerkstatt Herrenwyk vorgestellt. Die Ausstellung wird am 12. Mai eröffnet und läuft bis zum 22. September 2019. 

Die Anzahl der Menschen, die das Lübecker Hochofenwerk noch erlebten oder dort arbeiteten, in der Umgebung wohnten oder sonst einen Bezug zum Betrieb haben, wird immer geringer. Vielen Menschen ist das Thema Industrialisierung nur noch aus Schulbüchern bekannt. Verbunden ist damit der Verlust von grundlegendem Wissen über Technik und Handwerk. Das führt dazu, dass man sich heute nicht mehr vorstellen kann, unter welchen schweren und gesundheitsschädigenden Bedingungen über Jahrzehnte gearbeitet werden musste. 

Das Werksgelände beheimatete etwa zwanzig Werkseinheiten, in denen zu Spitzenzeiten ca. 2.800 Menschen in Lohn und Brot standen. Nicht mit eingerechnet sind die sozialen und kulturellen Einrichtungen des Werkes. Heute sind dort bislang 32 Betriebsstätten durch den Verkauf von Flächen angesiedelt worden. Es gibt keine Zahlen, aber nach einer groben Schätzung kann die Anzahl der Arbeits-plätze auf 600 – 800 geschätzt werden. 

In der Ausstellung werden alte Fotoaufnahmen von Werkseinrichtungen mit Aufnahmen von heutigen Ansichtigen gegenübergestellt. Verschiedene Pläne zeigen die Vielfalt und die Größe des Hochofenwerks. Heute gibt es kaum noch Relikte aus dieser Zeit. Wo früher ein Industriebetrieb war, sind heute 32 Betrieben aus Handel, Gewerbe, Handwerk und Dienstleistungen entstanden. 

Die Museumsleiterin, Dr. Bettina Braunmüller, merkt zum heutigen Erscheinungsbild des Werksgeländes an: „Im Ruhrgebiet sind die alten Kühltürme Orte von Kunst und Kultur und somit noch fester Bestandteil des menschlichen Alltags und der Erscheinungsbilder der Orte. Die Anlagen sind somit immer noch identitätsstiftend und beflügeln den Mythos Ruhrgebiet. In Lübeck entschied man sich leider gegen eine solche Nutzung." 

Eine Chronik stellt die Entwicklung des Werkes dar von der Gründung über den Niedergang des Werkes dar. Die einzelnen Werkseinheiten des ehemaligen Hochofenwerkes Lübeck sind im Wesentlichen beschrieben. Als Kontrast dazu wird die jeweilige heutige Nutzung gezeigt. 

„Neben dem dokumentarischen Charakter der Ausstellung bestechen viele Fotos durch die Ästhetik der damaligen Bauweise in Industrie und Technik, trotz der Darstellung ihrer Funktionalität. In der heutigen Zeit herrscht dagegen eine Klarheit mit der Reduzierung auf das Wesentliche vor, schlicht, dennoch manchmal nicht ohne einen gewissen Reiz", sagt Helga Martens, die als Vereinsvorsitzende des Vereins für Lübecker Industrie- und Arbeiterkultur die Ausstellung konzipiert und geschaffen hat. 

Ein anderes Augenmerk gilt der angrenzenden „Schlackenhalde", der Deponie des Werkes, mit einer Betrachtung der heutigen Nutzung der Schlackenhalde als Naherholungsgebiet „Metallhüttenpark". 

Aus Anlass der Ausstellung hat der Verein für Lübecker Industrie- und Arbeiterkultur ein Buch her-ausgegeben, das im Industriemuseum zu erwerben ist. 

Dank gilt der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung zu Lübeck, ohne deren finanzielle Unterstützung dieses Projekt nicht hätte realisiert werden können und dem Fotografen Jürgen Blenk, Groß Grönau, der ehrenamtlich die fotografischen Arbeiten übernommen hat. Dank gilt auch den Vereinsmitgliedern, die durch ihren Einsatz zum Gelingen der Ausstellung beigetragen haben. 

Rahmenprogramm zur Ausstellung: 

Eröffnung, öffentliche Führungen und Angebote für Kinder mit
Eltern jeweils So um 11 Uhr
Kosten Erwachsene 7€, Kinder 6-15 J. 4 €, Jugendliche 16-18 J. 5€

12.05.2019 | 11 Uhr | Eröffnung 

Öffentliche Führungen, Anmeldungen nicht erforderlich 

23.06. + 25.08. + 22.09. - jeweils 11 Uhr
Öffentliche Führung durch die Ausstellung

02.06. + 30.06. + 21.07. - jeweils 11 Uhr
Führung über das Werksgelände, Treffpunkt Parkplatz famila

26.05. + 07.07. + 01.09. – jeweils 11 Uhr
Führung über die Schlackenhalde, heute Metallhüttenpark,
Treffpunkt „Dampfpfeife" im Wendehammer

Aktionen mit Kindern und Erwachsenen , Anmeldung erforderlich 

16.06. | 11 Uhr | „Spurensuche im Park" (8 – 12 Jahre)
Eine Rallye der etwas anderen Art über die ehemalige Schlackenhalde, heute Metallhüttenpark. Neben der Spurensuche erfahrt ihr viel über Umwelt- und Naturschutz.
Treffpunkt im Wendehammer „Zur Gießhalle".

08.09. | 11 Uhr | „Fotoshooting – So sehe ich aus als Arbeiter oder Arbeiterin!" (keine Altersbegrenzung)
Verkleidung mit Arbeitskleidung und Geräten, Positionen vor alten Fotos, vor Maschinen, auf dem Hof, vor Gebäuden nach Wahl. Das Foto kann sofort mitgenommen werden.

Führungen für Gruppen und Schulklassen Termine nach Absprache
Anmeldung 0451 74894 (AB) oder helga.martens@travedsl.de