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Frischer Wind aus dem Norden! Naturmotive in der Helsinki School

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Ab Sonntag, 26. Januar, sorgt die Sonderausstellung „Frischer Wind aus dem Norden! Naturmotive
in der Helsinki School“ für neue Betrachtungsweisen der Natur in der Kunsthalle
St. Annen und bildet damit zugleich den Auftakt für das Jahr des Nordens, in dem sich die
LÜBECKER MUSEEN mit mehreren Ausstellungen den „Nachbarn im Norden“ zuwenden wollen.
Bis 26. April sind in der Kunsthalle St. Annen Bilder ausgewählter Fotokünstler:innen der
so genannten Helsinki School zu sehen, die sich in ihren Werken mit Natur und Landschaft
auseinandersetzen.


Als Helsinki School erlangte seit den 1990er Jahren eine Gruppe von Absolvent:innen der
Aalto University of Arts, Design and Architecture internationale Bekanntheit in der Fotokunst.
Obwohl die mehrere Generationen vereinende Schule keineswegs einen homogenen
stilistischen oder thematischen Ansatz verfolgt, bilden vielfältige Naturbezüge in zahlreichen
Fotoserien der vertretenen Künstler:innen dennoch einen gemeinsamen Nenner.
In der Kunsthalle St. Annen werden neben den Werken zeitgenössischer finnischer Fotografen
auch Gemälde, Grafiken und Skulpturen der nordischen Moderne präsentiert und den
Fotos gegenübergestellt, um Bezüge aufzuzeigen. Die Verbundenheit von Natur und Kultur
sowie ein intuitives Gespür für den Raum sind in all diesen Werken gegenwärtig. Einige Bilder befassen sich mit den Konventionen der Landschaftsmalerei, andere wiederum lassen
eine Atmosphäre aufleben, die sich zwischen dem Unheimlichen und dem Sublimen bewegt.
Vielfach wird die Natur in den Bildern zu einem Schlupfwinkel, zu einem Rückzugsort für die
Menschen. Die Trennung zwischen dem menschlichen Körper und der umgebenden Landschaft
mutet unwirklich, künstlich herbeigeführt an. Möglicherweise anknüpfend an traditionelle
Geschichten verbindet viele der Bildzyklen ein starkes Narrativ. Die Natur wird in
manchen der Fotos vergrößert und durch das Auge der Kamera wie in einer wissenschaftlichen
Analyse betrachtet und präsentiert. Wieder andere Serien nehmen Bezug auf ökologische
Themen, auf die Bedrohung durch den Klimawandel und auf die Zerstörung der Wälder.


Die Sonderausstellung bringt Werke von finnischen Künstler:innen wie Elina Brotherus,
Joakim Eskildsen, Ilkka Halso, Tiina Itkonen, Jorma Puranen, Jaakko Kahilaniemi, Sanna
Kannisto, Mikko Rikala, Anni Lepälä, Susanna Majuri, Riitta Päiväläinen und Santeri Tuori
mit denen weiterer skandinavischer Kunstschaffender wie den Dänen Joakim Eskildsen,
Osmund Hansen, Per Kirkeby und K.R.H. Sonderborg, dem Schweden Jan
Håfström oder der Norwegerin Mona Lalim zusammen.
So werden unterschiedliche Perspektiven beleuchtet, die es Interessierten ermöglichen,
sich mit der Darstellung, Dekonstruktion und Imagination von Natur in der Fotografie
und auch punktuell Malerei und Skulptur auseinanderzusetzen.


Anlässlich der Ausstellung ist im Fachverlag Hatje Cantz das Buch „Helsinki School,
Volume IV“ erschienen, das den Fokus auf die Naturaufnahmen der Helsinki School legt
und ab sofort im Museumsshop der Kunsthalle St. Annen zu erwerben ist. Antje-Britt
Mählmann wird darüber auch am 12. März auf der Leipziger Buchmesse am Stand „Nordisches
Forum“ des Finnland-Instituts einen Vortrag halten.


Begleitet wird die Ausstellung von einem vielfältigen Rahmenprogramm, in dem es
viele neue Formate geben wird. So findet am 6. März beispielsweise eine Kunst-Party
unter dem Titel „Finland Calling“ statt, zu der unter anderem die finnische DJane Sarah
Kivi auflegt. Des Weiteren sind Kunstperformances, ein Kurzfilmabend in Kooperation
mit den Nordischen Filmtagen am 2. April, ein Vortrag über die Sami in Kooperation mit
der Völkerkundesammlung sowie eine dialogische Führung zu Umwelt und Klimawandel in Zusammenarbeit mit dem Museum für Natur und Umwelt geplant. Für Kunststudierende
wird zudem der renommierte Fotokünstler Joakim Eskildsen einen Künstler-
Workshop im Rahmen der Ausstellung gestalten.


Vernissage
Die Ausstellung wird am 25. Januar um 15 Uhr mit einer moderierten Diskussionsrunde
eröffnet. Dort sprechen Anne Sipiläinen, Botschafterin von Finnland, Jan Lindenau, Bürgermeister
der Hansestadt Lübeck, Bernd Jorkisch, Honorarkonsul der Republik Finnland in
Lübeck, Prof. Dr. Hans Wißkirchen, Leitender Direktor der LÜBECKER MUSEEN, Dr. Laura Hirvi,
Leiterin des Finnland-Instituts in Deutschland, Timothy Persons, Direktor der Galerie Persons
Projects, Berlin sowie Dr. Antje-Britt Mählmann, Leitende Kuratorin der Kunsthalle St.
Annen. Musikalisch begleitet wird die feierliche Eröffnung vom finnischen Gitarren-
Professor an der Musikhochschule Lübeck, Otto Tolonen, und seinen Studierenden.


Begleitprogramm
Führungen durch die Sonderausstellung am 2. Februar, 29. März sowie am 13., 24.
und 25. April, 15 Uhr, Teilnahme 12 Euro
Familienführung „Magische Wesen – Zauberhafte Natur“ am 16. Februar und 15.
März, 11 Uhr, Teilnahme 14 Euro (1 Erwachsener mit Kindern)
Führung „Kunstwerk Natur – Sehnsucht nach dem Norden“ (aus der Reihe MuseumsMomente)
am 21. März, 15 Uhr, Teilnahme 12 Euro
Lehrerfortbildung am 10. Februar, 15 Uhr, Teilnahme für Lehrer:innen kostenfrei
Workshop „Zweitägiger Fotografie-Kurs der VHS inklusive Ausstellungsbesuch“ am
7. März, 11 Uhr und Auswertung der Ergebnisse am 21. März, 11 Uhr, Teilnahme 25,50
Euro.